Termine  

Fledermausführungen

Die Fledermaussaison ist im Gange!!

Aktualisierte Termine für Fledermausführungen!!

Freitag 30.10.20 18:15 Uhr
Samstag 31.10.20 18:15 Uhr
Freitag 06.11.20 17:30 Uhr
Samstag 07.11.20 17:30 Uhr

 

Anmeldung unter

030/36750061
oder Mail: info@bat-ev.de erforderlich!
Plätze begrenzt!
Teilnahme nur nach Bestätigung!

 

Gruppenführungen, Schul- oder Kitaführungen

auf Anfrage.

 

   

Über Uns  

   

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Liebe Freunde des Fledermauskellers,


seit dem 14. März ist der Fledermauskeller auf der Zitadelle Spandau für unsere Besucher geschlossen. Es war der Tag, an dem uns die Verwaltung signalisiert hatte, was zur Gesundheitsprävention an Einschränkungen für alle Berliner auch auf uns zukommt. Ich habe mich sofort an das Telefon und an den PC gesetzt um bevorstehende Veranstaltungen abzusagen. Es entfallen zahlreiche Schulführungen, Kindergeburtstage und weitere Gruppenveranstaltungen.

Durch die vollständige Schließung der Zitadelle ist auch der Besuch der Ausstellung und der Schaugehege nicht mehr möglich. Besonders bedaure ich die Kinder, die sich auf einen der begehrten aber raren Termine für einen Kindergeburtstag gefreut haben. Der Zeitraum kommt mir jetzt schon wie eine kleine Ewigkeit vor. Bereits jetzt wissen wir, dass sowohl das Oster-Ritter-Spektakel als auch das Museumskinderfest nicht stattfinden können. Wird es diesen Sommer Konzerte auf unserer Festung geben? Gibt es ein Fledermausfest?

All diese Veranstaltungen sind die finanzielle Grundlage für unsere Arbeit im Fledermauskeller und in unseren Artenschutzprojekten. Eine Vorausschau in den Herbst, den Höhepunkt unserer Führungssaison, ist noch nicht möglich.
Anders als die historischen Ausstellungen können wir nicht einfach abschließen und auf bessere Zeiten warten. Uns betreffen die Probleme, die tausenden Menschen gerade große Sorge bereiten, viele haben Angst um ihre Existenz, auch Mitglieder in unserem Verein.
Gehege Febr.2010 110Unsere ehrenamtliche Tätigkeit ruht nicht. Weiterhin sind wir täglich für unsere Fledermäuse unterwegs. Die Schaugehege müssen gereinigt werden, Futter muss gekauft und herangeschafft werden. Täglich müssen große Mengen Obst und für unsere Spezialisten Honig- und Nektarlösungen gemixt und gefüttert werden. Auch die Kosten hierfür laufen weiter.
Wir haben Verantwortung für unsere Tiere. Dazu gehört auch, dass wir eine gewisse Reserve für die Tierversorgung vorhalten. Ich danke unseren Mitgliedern, Paten und ehrenamtlichen Helfern dafür ganz herzlich!

Wir werden noch eine Weile diese schwierige Zeit bewältigen können. Meine Hoffnung ist jedoch, dass die einschneidenden Maßnahmen, die uns alle betreffen, rechtzeitig gelockert werden können.

Neben der Sorge um die existenziellen Fragen bewegen mich natürlich auch einige brennende inhaltliche Fragen.
Im Zusammenhang mit der Viruserkrankung wird in den Medien teils heftig, teils reißerisch über die Rolle der Fledermaus berichtet und spekuliert. Diese Diskussionen kennen wir auch zu verschiedenen anderen Zoonosen. Leider endet die Berichterstattung immer mit der teilweise richtigen, teilweise falschen und kurzsichtigen Feststellung, dass „die Fledermaus“, alternativ „der Affe“, „die Schlange“ oder „das Schuppentier“ Schuld sei.
Fast wie im Mittelalter folgern einige verängstigte Zeitgenossen, dass nun gegen die Schuldigen vorgegangen werden müsse, zumindest aber Schutzmaßnahmen für diese Tiere gelockert oder aufgehoben werden.
Fakt ist, dass Tierkrankheiten, auch solche mit denen das Immunsystem der Tiere problemlos umgeht, in manchen Fällen auf Menschen übertragbar und dann gefährlich sein können. Diese Zoonosen treten dann auf, wenn Mensch und Tier auf unnatürliche Art und Weise zusammentreffen. Ein Beispiel hierfür wäre für die Jagd auf Exoten zum Zwecke des Verzehrs oder der Anfertigung sogenannter „Medikamente“ wie z.B. Potenzmitteln.

Lanzennasen in unserem GehegeDas Eindringen des Menschen in die Lebensräume der Tiere, beispielsweise der Aufenthalt in den großen Fledermaushöhlen Asiens birgt ebenso Gefahren wie die zunehmende Besiedlung von Urwäldern oder anderer abgelegener Lebensräume. Die Vernichtung dieser Lebensräume verdrängt Tiere zusätzlich immer mehr in die Nähe menschlicher Siedlungen, auch dadurch steigen Infektionsgefahren. Hier sind die langjährigen Warnungen, Forderungen und Bemühungen von Artenschützern auf der ganzen Welt viel zu lange in den Wind geschlagen worden. Die Missachtung der Mahnungen von Zoologen, Biologen und Artenschützern muss ein Ende haben. Aus dieser Krise muss die Menschheit die Lehre mitnehmen, einen wesentlich bewussteren und weitsichtigeren Umgang mit der Natur und den Arten zu praktizieren.


Vor einigen Jahren brachte mir ein Vereinskollege ein Foto einer Schautafel aus dem Bronx Zoo in New York mit. Diese kleine Darstellung verdeutlichte die Gefahren von Infektionskrankheiten, welche durch Insekten verbreitet werden. Es zeigte dazu die unfassbaren Mengen von Insekten, die von Fledermäusen vertilgt werden. Die Gefahr der potentiellen Verbreitung eines Erregers durch Fledermäuse ist gering, ihr Nutzen wird durch die Vertilgung von Insekten weit übertroffen. Über die Vernichtung von Schädlingen hinaus haben Fledermäuse in vielen Teilen der Welt auch eine erhebliche Bedeutung als Pflanzenbestäuber und Samenverbreiter.

 


Eine Vernachlässigung des Fledermausschutzes oder gar eine Schädigung von Fledermausbeständen hätte weitreichende ökologische Katastrophen zur Folge!

Wir würden gerne diese Fachthemen in Veranstaltungen vertiefen, leider ist unsere Öffentlichkeitsarbeit derzeit stark eingeschränkt.

Gerne verweise ich aber auf die Seite der Deutschen Fledermauswarte:

https://www.deutsche-fledermauswarte.org 

oder des Bundesverbandes für Fledermauskunde:

https://bvfledermaus.de/keine-angst-vor-batman-fledermaeuse-und-coronaviren

Interessante Beiträge findet man auch in der ZDF Mediathek:

https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/coronavirus-zoonose-artenschutz

Auch die folgenden Berichte sind lesenswert:

https://taz.de/Aus-Le-Monde-diplomatique

https://www.spektrum.de/news/naechtliche-helfer

Ich hoffe, dass die aktuellen Probleme zum Nachdenken über die Bedeutung des Artenschutzes führen. Neben der Lösung der tagesaktuellen Probleme und der individuellen Nöte müssen wir mit Weitsicht zukünftige Gefahren minimieren und ökologische Grundlagen besser einbeziehen.

Herzliche Grüße und bleiben sie alle gesund

Ihr Jörg Harder

   
© ALLROUNDER

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